WikiLeaks
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WikiLeaks |
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Die ersten Veröffentlichungen 2007 zu Korruptionen in sogenannten Bananenrepubliken wurden sogar noch mehrheitlich begrüßt - es wurde ja nicht vor der eigenen Haustür gekehrt. Heute (Ende 2010) sieht das ganz anders aus: Eine viertel Million geheime US-Dokumente stehen unlöschbar im Internet. Da hört der Spaß natürlich sofort auf! Entsprechend dem digitalen Netz bilden sich zwei Lager. Von Argwohn bis hin zur Gefährdung des Weltfriedens (wo immer der auch stattfindet?) auf der einen Seite und Glorifizierung und wahre Demokratie auf der anderen Seite. Angeführt von JULIAN ASSANGE, dem "Robin Hood" dieser Tage. Schon spricht man vom digitalen Krieg. Ein Wort dem wir uns hier nicht anschließen wollen - noch steht das Wort Krieg für Elend, Blut und Mord - für unsägliches Leid und das auf der ganzen Welt verteilt. Für uns stellt sich die Frage: WER steckt hinter WikiLeaks? WIE arbeiten die? WO bekommen die das notwendige Geld her? WAS kommt nach WikiLeaks? |
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| Who the fuck is JULIAN ASSANGE?1 | |
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JULIAN PAUL ASSANGE wurde am 3. Juli 1971 in Townsville, Queensland (Australien) geboren. Er gehört derzeit zu den meist gesuchten Menschen der Welt und wird von vielen "WikiLeaks-Gegnern" gehasst, da er die Seite WikiLeaks vertritt. Er hat keinen festen Wohnsitz, flog nonstop rund um die Welt. Er behauptet, er lebe derzeit auf Flughäfen. Hin und wieder schlüpft er bei Freunden unter. In die USA traut er sich schon lange nicht mehr einzureisen.
Am 7. Dezember 2010 wurde er in London festgenommen, nachdem er sich der Polizei gestellt hatte. Durch einen Haftbefehl aus Schweden, wegen Vergewaltigung an zwei Frauen, wurde er von Interpol gejagt. Seine Anhänger und er selbst vermuten, dass es sich bei den Vorwürfen um eine Verschwörung handelt, als Rache für seine Veröffentlichungen.
Mit elf Jahren saß er zum ersten Mal vor einem Computer, den ihn der Besitzer eines Elektroladens aus der Nachbarschaft nutzen ließ. Außerdem wurde er mit 16 Jahren als Hacker „Mendax" (Lügner) oder „Splendide Mendax" (Glänzender Lügner) bekannt und trieb sein Unwesen zusammen mit zwei anderen Hackern. Sie nannten sich "International Subversives". Mit einem Commodore-64 begann er fremde Computer über Telefonleitungen zu hacken. 1988 stürmte die Polizei seine Wohnung. Der Vorwurf: Er soll 500 000 Dollar von der CITIBANK geklaut haben. Offenbar erhärtete sich der Verdacht nicht. Mit 20 stand er wegen Hackens erstmals vor Gericht - damals hatte er den Hauptrechner der kanadischen Telefongesellschaft NORTEL geknackt. Er soll außerdem in den 80er-Jahren den Computer der US-Raumfahrtbehörde NASA gehackt haben.
Wegen ständiger Umzüge besuchte er 37 Schulen und insgesamt sechs Universitäten und studierte Physik, unter anderem an der Universität von Melbourne. Grund für die Umzüge: Die Flucht vor dem Vater seines Halbbruders. Der soll einer Sekte angehört haben. Die Mutter lebte deshalb zeitweise unter falschem Namen.
Er sieht sich selbst als „Informationsaktivist". Seine Devise: „Die Presse befreien, Missstände aufdecken und Dokumente retten, die Geschichte machen." Bis 2006 arbeitete er als Journalist und Berater für Computersicherheit.
Im Jahr 2006 schrieb er einen Aufsatz mit dem Titel „Conspiracy as Governance“ (Verschwörung als Regierungsform). Dieser gilt als WikiLeaks-Manifest. WikiLeaks hat weder bezahlte Angestellte noch ein Büro. ASSANGE soll auf über einer Million unveröffentlichter Geheimdokumente aus 13 Ländern sitzen.
WikiLeaks bekommt große Summen an Spenden, auch aus Deutschland. Außerdem ist Deutschland für WikiLeaks einer der wichtigsten Standorte, eine feste Säule einer ziemlich losen Organisation. (Alles Legende?!) |
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| WER und WO sind die Leaks? | |
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Die Internetplattform WikiLeaks kann jeder benutzen, um dort anonym Daten und Informationen abzulegen oder sich schon vorhandene Dokumente anzusehen. WikiLeaks aber stellt nur die Plattform zu Verfügung und sorgt dafür, dass keine der in den Dokumenten genannten Personen eindeutig identifiziert werden können.
Im Grunde genommen bekommt WikiLeaks Informationen von Menschen, die aus beruflichen Gründen Zugang zu "sensiblen" Themen haben oder Menschen die durch hohe Computerkenntnisse sich Zugang zu ebenjenen Daten verschaffen können.
Vermutlich sind die meisten "Leaks" Mitarbeiter von verschiedenen Ämtern und Behörden. So wurde zum Beispiel bei einer großen Datenbankzusammenlegung versehentlich vergessen Zugriffsrechte anzupassen, so dass über 1000 Menschen die eigentlich keinen Zugang zu sensiblen Daten haben auf einmal Zugang hatten. Außerdem stehen Aktivisten von Menschenrechtsorganisationen unter anderem in China in direktem Kontakt zu WikiLeaks.
Ein bekanntes "Leak" ist der ehemalige US-Soldat BRADLEY MANNING, der Anfang des Jahres 2010 unter anderem ein Topsecret Video, in dem ein Kampfhubschrauber auf irakische Zivilisten feuert, an WikiLeaks weitergab. Seitdem ist MANNING im Gefängnis. MANNING verriet sich selbst in einem Chat. Andere "Leaks" sind nicht namentlich bekannt und haben sich bisher nicht selbst durch Unvorsichtigkeit verraten.
Laut Medien-Angaben liegen mehr als 250.000 Dokumente auf der Plattform. Nicht nur über Amerika sondern im Allgemeinen über alles und jeden Staat, wurden oder können Dokumente veröffentlicht werden. Ob alles stimmt was auf WikiLeaks veröffentlicht wird, kann man nicht sagen. Wenn jedoch das „Gesicht“ von WikiLeaks JULIAN ASSANGE für die Veröffentlichung bestraft wird, ist zu glauben, dass doch vieles wahr sein muss. |
| WO kommt die finanzielle Unterstützung her? | |
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WikiLeaks finanziert sich ausschließlich durch Spenden, mit diesen Geldern werden die Server angemietet und Anwälte bei eventuellen Klagen bezahlt, auch die "leaks" bekommen bei einer Klage die das Weitergeben von Informationen an WikiLeaks betrifft eine rechtliche Unterstützung. Pro Jahr veranschlagt WikiLeaks 200.000 Dollar Betriebskosten. Diese vergleichsweise geringe Summe ist nur möglich da WikiLeaks keine Personalkosten zu tragen hat.
Die Spenden konnten bisher bei verschieden Bezahldiensten getätigt werden. PayPal und Moneybookers (Online Bezahldienste) haben die Konten von WikiLeaks eingefroren, allerdings hat PayPal nach Druck durch die Öffentlichkeit die noch auf dem eingefrorenen Konto liegenden Gelder an WikiLeaks ausgezahlt. Auch über Visa und Mastercard (Kreditkartenunternehmen) konnten Spenden getätigt werden, aber auch diese Unternehmen haben die Konten von WikiLeaks gesperrt.
Bislang 750.000 Euro sammelte die hessische Wau-Holland-Stiftung für Betriebskosten sowie Reisen des WikiLeaks „Gesicht“ JULIAN ASSANGE. Damit ist die Wau-Holland-Stiftung die Haupteinahmequelle von WikiLeaks.
Seit Oktober 2009 kamen rund 800.000 Euro an Spenden zusammen. Allein in einer Woche im April 2010 nahm WikiLeaks 150.000 Dollar Spenden ein. WikiLeaks bittet weiterhin um Spenden - und empfiehlt im Notfall das Versenden von Schecks per Post an:
WikiLeaks BOX 4080
Australia Post Office - University of Melbourne Branch
Victoria 3052
Australia
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| WER sind die Gegner von WikiLeaks? | |
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Natürlich sind viele der WikiLeaks-Gegner Betroffene, aber auch weniger betroffene Parteien sprechen sich offen gegen die Veröffentlichung interner Daten und Dokumente aus.
Zunächst seien die Betroffenen erwähnt. Insbesondere natürlich das amerikanische Militär bzw. die U.S. Regierung im Allgemeinen, die wohl den größten Schaden durch die Veröffentlichungen erlitten haben. Auch wenn die U.S. Regierung durch diverse Mittel versucht hat WikiLeaks ein für allemal abzuschalten, so hat doch WikiLeaks auf der ganzen Welt enormen Zuspruch gefunden. Was allein schon die Menge an möglichen Mirrors zu WikiLeaks beweist. Dennoch die U.S. Regierung ist ein ernst zu nehmender Feind, nicht umsonst haben sich die WikiLeaks-Mitarbeiter mit einem verschlüsselten Datenpaket mit unbekannten Inhalt abgesichert, dessen Passwort veröffentlicht wird, sobald einem von ihnen etwas zustößt.
Im patriotischen Amerika, wo das Militär noch ein gewisses Ansehen besitzt und es mehr als genug befürwortende Gruppen gibt, haben sich zudem zivile Lager gegen WikiLeaks ausgesprochen und versuchen Anhänger für ihre Sache zu gewinnen. Auch religiöse Gruppierungen reihen sich in dieser Sache bei den Gegnern von WikiLeaks ein. So zum Beispiel Scientology, die mit eines der ersten Opfer WikiLeaks waren.
Aber nicht nur in Amerika gibt es Stimmen gegen WikiLeaks. Während der Vatikan zunehmend durch Veröffentlichungen in Bedrängnis gerät und die diversen Diplomatenunterlagen einige Regierungen in das Kreuzfeuer der Medien gebracht haben, mehren sich die Gegner. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit bis weitere Staaten sich offen an diesem Kampf beteiligen. So könnte man zum Beispiel jetzt schon etwas stutzig werden mit welcher Hartnäckigkeit die schwedische Regierung versucht JULIAN ASSANGE in die Finger zu bekommen, wo doch am Anfang die Klage abgewiesen wurde und die Aussagen der vermeintlichen Opfer sich täglich zu ändern scheinen.
Und so warten einige Regierungen nicht erst bis möglicherweise ihre geheimen Unterlagen an die Öffentlichkeit kommen, sondern ergreifen jetzt schon alle möglichen Schritte gegen WikiLeaks. Zum Beispiel Deutschland. Auch wenn vor allem die Afghanistan-Unterlagen zum Kundus Zwischenfall doch beträchtlichen Schaden angerichtet haben wie auch einige Diplomatenunterlagen, hat Deutschland früh beschlossen sich mit dem CIA und Mossad gegen WikiLeaks zu stellen.
Und dann wäre da natürlich der sogenannte "Cyberwar". Auch wenn das Wort "Krieg", vielleicht nicht jedermanns Meinung trifft, so bekämpfen sich doch mehrere Parteien aktiv über das Internet. So eine Art des Kriegs bietet vielerlei Vorteile. Heutzutage verfügt jeder über einen Internetzugang und so ist es nicht verwunderlich das sich praktisch jeder daran beteiligen kann ohne sein eigenes Wohl zu riskieren. Die Schwierigkeit festzustellen woher die Attacken genau kommen, macht es für Angreifer und Verteidiger umso schwerer ein klares Ziel zu definieren und schützt beide Seiten gleichermaßen.
Während auf der Verteidigerseite die "Anonymus"-Gruppe versucht jeglichen vermeidlichen Gegner von WikiLeaks, vor allem Konzerne und Firmen wie Amazon, PayPal und Kredikarteninstitute, mit DDOS-Attacken das Leben schwer zu machen, so gibt es auch auf der anderen Seite "private" Gruppen, die aktiv versuchen gegen WikiLeaks vorzugehen. Und dann wären da noch U.S. Militärs von den man munkelt ebenfalls eine Rolle in diesem ersten, richtigen "Cyberwar" zu spielen. Vermutlich zur Schadensbegrenzung, denn mehr liegt wohl nicht mehr in der Macht von irgend wem. |
| (Vor)urteile über WikiLeaks | |
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WIE geht es weiter? |
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Dies kann Ende 2010 natürlich nur spekulativ beantwortet werden - der Fantasie sind hier wohl keine Grenzen gesetzt.
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Unsere Meinung: |
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Emanzipation und Partizipation kann es nicht genug geben. Voraussetzung dafür ist Information - auch gern über WikiLeaks.
André Brauer, Alexander Gröschl, Tobias Holsten, Sandro Imberg, Max Kottke, Benito Mahnecke, Hagen Michel, Jendrik Michel, Jördis Moldenhauer, Nicolas Niemann, Tatjana, Tjorben Rademakers, Lennart Rauchfuß, Anna Schumacher und Chris Viets sowie Franz Morick (IT-Berufe 1. Ausbildungsjahr 2010/11 BBS-BRV). |
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Frei nach ALAN BARTON bzw. CHRIS NORMAN.
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Die Bildrechte stehen unter der CC-by-nc-nd-Lizenz.
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WikiLeaks wurde 2006 von mehreren Menschen mit verschiedenen Qualifikationen und unterschiedlichen politischen Werdegängen und Vorstellungen anonym gegründet. Ihr Ziel: Denen zur Seite zu stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.